Nachdem 2008 ein Seuchenjahr war und all meine Laufambitionen zunichte gemacht hatte, wollte ich dies für 2009 und da speziell für den schon seit Jahren angestrebten Vienna City Marathon (VCM) tunlichst vermeiden.

Nachdem ich meine Schulter-OP verdaut hatte,  der Muskelphaserriss im Unterschenkel der Vergangenheit angehörte und zuguter letzt auch die Ruptur (Einriss) der Achilessehne ausgeheilt war, konnte ich endlich an Training denken.
Am Anfang stand lockeres Laufen am Programm, um zu sehen wie es denn nun wirklich mit meiner Physe aussieht. Nun ja, mein Physio hat gute Arbeit geleistet und die Beschwerden hielten sich in Grenzen. Diese Phase dauerte ca. einen Monat. Danach war klar, ich kann Größers in Angriff nehmen.

Als Erstes mobilisierte ich gleich zwei Kollegen in der Firma, die mit mir zusammen den Tiroler Firmenlauf bestritten. Es sollte ein erster Test werden, um zu sehen wie es denn im Wettkampf so aussieht. Es war nur ein kurzer Lauf (5,5km), aber dafür immer Vollgas. Ja und das hat sich gerächt. Wiederum eine Verletzung der Wade und eine damit verbundene Zwangspause von fast 3 Wochen.
Dies war nun das endgültige Ereignis, nun wurde ernstlich nach einer Trainingsbegleitung und einem Trainingsaufbau bzw. Planung gesucht.

Mehrere Namen waren mir schon geläufig.
Steffny, Strunz, Wessinghage, Greif, …. alles Experten. Letztendlich entschied ich mich für Peter Greif. Es war eine Bauchentscheidung und ich muss gestehen, sie war mit Sicherheit die richtige Entscheidung für mich.

Zuvor begab ich mich noch auf den Leistungsprüfstand auf der Sportmedizin in Innsbruck, um sicher zu gehen, dass da einem härteren Training nicht noch etwas dagegen spricht. Ich war beruhigt, alles in bester Ordnung, das Freizeichen vom Dottore wurde gegeben! 🙂

Wie sieht es mit meiner Vorbereitung aus?

Die heiße Phase, also die unmittelbare Vorbereitung läuft mittlerweilen auf Hochtouren. Das Training ordentlich anstrengend und manchesmal muß ich meine Grenzen ausloten, aber sie werden nicht überschritten und was ganz wichtig ist, es macht weiterhin Spaß und der Fortschritt lässt sich auch messen.
Einheiten die ich vor ein paar Wochen für illusorisch hielt, sind Realität geworden und entlocken mir nun ein zufriedenes Lächeln. 🙂

Der nächste Schritt ist die Ermittlung meines Fortschrittes anhand von Messwerten. Am 17.03.2009 habe ich einen Leistungscheck an der Sportmedizin Innsbruck. Dort werde ich dann sehen, ob und wie sich das Training bei mir schon ausgewirkt hat.

Ein HM als letzter Test

Am 21.03.2009 wird es zum ersten mal ernst. Ein erster und voraussichtlich einziger echter Test steht an. Der Frühlings-Halbmarathon in Innsbruck.
Laut meiner Trainingsplanung zwar eine Woche zu früh, doch was soll man machen, wenn in der näheren Umgebung nichts adiquates stattfindet. Ist zwar „nur“ eine kleine Veranstaltung, ohne große Aufmachung und großem Teilnehmerfeld, doch als realitätsnaher Vorbereitungslauf unter Wettkampfbedingungen sicher gut geeignet.

Den Lauf werde ich ganz unter dem Motto – alles was geht – angehen. Ich werde mir keinerlei Schonung auferlegen, auch auf die Gefahr hin, dass ich sozusagen auf der Strecke bleibe und abbrenne.

Meine angepeilte Zielzeit 1:40. Mal schauen ob es gelingt und was letztendlich dabei rauskommt! 😉

Kurzes Resüme

  • kleine, aber sehr gut organisierte Veranstaltung
  • hart gekämpft
  • erfolgreich bestanden
  • hier gehts zum Bericht

Streckenplan

So sieht die diesjährige Streckenführung aus. Scheint recht interessant zu werden.

Streckenführung VCM 2009
Streckenführung VCM 2009

Der Ausgangspunkt

Als Ausgangspunkt

Hotelunterkunft
Hotelunterkunft – Hotel Alte Donau

habe ich mir ein Hotel ganz in der Nähe des Startbereichs ausgesucht. Stress schon vor dem Start kann ich ganz und garnicht vertragen, da muss der Fokus passen. Und ich denke, das ist somit gegeben!

Mein musikalisches Wunschprogramm

Damit mir nicht fad wird 😉 habe ich gleich mal meine Wünsche für den Weg in Richtung Ziel beim Veranstalter deponiert. Ob diese aus Berücksichtigung finden? Werden wir dann ja hoffentlich hören! 🙂

Das Rennen

Die Bedingungen waren eigentlich sehr gut, sonnig und am Start um 09:00 vorerst 16°C. Einige, darunter auch teilweise die österreichische Presse, sahen darin ein zumindest kleines Problem auf der Jagd nach Bestzeiten. Da aber in Wien die Möglichkeit besteht, relativ viele KM im Schatten abzuspulen, stellte mich das nicht wirklich vor allzu große Probleme. Zudem hatte ich mich entsprechend den Empfehlungen von Hansi Köhler schon recht gut auf die höheren Temperaturen eingewöhnt.
Vorweg muss ich sagen, dass ich diesmal wesentlich mehr angespannt war als bei meinem Ersten in Berlin 2007. Eigentlich eh klar, hatte ich mir doch diesmal die Latte um einiges höher gesetzt. Ursprünglich war ich auf eine Verbesserung meiner PB von 3:55 auf sub 3:40 ausgerichtet, doch auf Grund der im Laufe des Trainings gemachten Fortschritte und des Selbstvertrauens, habe ich mich verleiten lassen und die Marke drastisch nach unten revidiert. Aus der sub 3:40 wurde eine konkrete Zeit von 3:28. Dies war mit Sicherheit auch mitverantwortlich, dass ich schon ein wenig mehr als üblich nervös durch die Gegend gerannt bin.

Immer wieder stellte ich mir die selben Fragen

  • schaffst du das?
  • geht sich das aus?
  • bist du diszipliniert genug, um nicht wieder tempomäßig Fehler zu begehen?

Alles Dinge, die kopfgemacht und auf die Psyche drückten. Andererseits aber hatte ich das Gefühl und die Gewissheit gut trainiert zu haben und jetzt kommt’s, EURE aufmunternden Kommentare und EURE Zuversicht was meine Leistungsmöglichkeiten angehen, haben mich bestärkt und motiviert!
An dieser Stelle ein Vergelts Gott. Ich habe des öfteren an euch und eure Worte während des Laufs gedacht und das war sehr positiv.

Als es dann endlich um 09:00 losging, da war ich richtig froh, denn nun konnte ich mich ganz auf das konzentrieren, auf das ich mich seit Langem vorbereitete. Nur so richtig konnte ganz zu Beginn keine Freude aufkommen, hatte ich doch schon wieder das Gefühl, du musst Pinkeln. Na gut, ich hatte ganz schön getankt, aber das? Es half alles nichts, die ständigen Gedanken an das lästige Muss liesen mich schon nach nicht mal 3 km ausschehren und einen Baum bewässern. Ob es der Baum mir Danken wird? Leider habe ich in der Hektik vergessen meinem 305er die Autopause auszuschalten, und somit hatte ich plötzlich keine wirklich genauen Anhaltspunkte mehr. Eine kurze Überschlagsrechnung ergab, das könnten so ca. 50 – 60 sek gewesen sein, also habe ich immer zu meiner Zeitrechnung eine Minute dazu gegeben. Damit konnte ich nicht ganz falsch liegen, und so war es dann auch. Schade nur, denn diese knappe Minute wäre natürlich bei der Endabrechnung auch ganz schön gewesen, wenn man diese auch noch einheimsen hätte können.
Fürs Rennen hatte ich mir eine ganz strenge Taktik auferlegt, die einen Zeitbereich von 4:56 – 4:58 zuließ. An diese wollte ich mich halten, egal was passiert, egal ob ich das Gefühl hätte, schneller gehen zu können. Und das hat sich dann auch ausgezahlt, ich nahm anfangs nur soviel mehr an Fahrt auf, um das anfängliche Problem zu kompensieren, und das war eine 4:54. Das war eigentlich meine Zeit pro km, die ich im Ziel auf meiner Uhr hatte.

Der Lauf selbst ist wunderschön angelegt, führt sehr viel durch Grünanlagen und das Publikum war ebenfalls super. Die Strecke ist etwas kupiert, einige Höhenmeter, speziell im Zielbereich, gibts da zu bewältigen, die einem gegen Ende hin ganz schön zusetzen können.
Für meinen Teil kann ich vermerken, dass ich den ganzen Lauf hindurch überhaupt keine wirklichen Probleme hatte, sieht man von dem Gel-Versuch bei km 36 ab, der mir nicht wirklich gut bekommen ist. Das grausige Zeug hätte mir fast den Magen umgedreht, das hat mein Mägelchen nicht für wirklich gut empfunden. Zum Glück war das aber relativ rasch vorbei.

Der Zieleinlauf war dann natürlich der absolute Höhepunkt, denn mit der Gewissheit die sub 3:30 sind sicher und wenn die 3:28 rausspringen, dann wäre das das berühmte Tüpftchen auf dem i.
Und Freunde, es ging sich aus. Meine Uhr zeigte 3:27:38, auch wenn ich nun die Minute dazu nehme, dann müsste es geklappt haben. Und es hat, die offizielle Zeit ist 3:28:18.
Ich habe mir die Einzelzeiten angesehen und ich muss sagen, das gleicht fast einer schweizer Uhr. Ich bin rundum Happy!

Fazit
Ich konnte viele schöne Erlebnisse vor, während und nach dem Lauf mit nach Innsbruck nehmen. Neue Bekanntschaften machen, Erfahrungen austauschen und was am allerschönsten war, ich konnte mit einer neuen PB den Nachhauseweg antreten.

PS
Ein großer Dank gilt mit Sicherheit meiner Familie (speziell meiner Frau), die einiges entbehren musste, mich aber immer unterstützte (auch in Wien). Auch meine Schwester und mein fast Schwager, die mich ebenfalls begleiteten ein Danke.

Ergebnis/Fotos

Zuletzt, wem es interessiert, der kann auch noch auf den Link Ergebnis klicken und meine läuferische Ausbeute analysieren! 😉

Wer noch immer nicht genug hat, der kann sich auch noch die Fotos anschauen.

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