3. Raiffeisen Halbmarathon Hall-Wattens am 16. 05.2009

Eigentlich war dieser Halbmarathon

Start_01
Start zum HM Hall/Wattens

als Ersatz für meinen anstehenden langen Lauf über 25 km gedacht. Da er größtenteils auf meiner Standardstrecke für LL stattfindet also bestens geeignet um diesen Wettkampf in mein Training einzubauen. Denn das beste Training ist ein Wettkampf ! 🙂

Diese Entscheidung fiel allerdings erst am Sonntag, da ich ja schon seit ca. einer guten Woche an einer leichten Zerrrung im Oberschenkel leide bzw. gelitten habe. Der lange Lauf von 35 km am Samstag haben mich dazu bewogen, meine Nennung abzugeben. Was ich zu dem Zeitpunkt aber nicht gewusst hatte, war die Tatsache, dass die Distanz nicht 21,095 km war, sondern 21,800 km.

Link zur Veranstaltung HM – Hall/Wattens

Aber was soll’s, wichtig war der Trainingseffekt

Wettkampf als Training
Wettkampf als Training

und der wäre auf alle Fälle gegeben. Zudem stand Zurückhaltung am Plan und nicht Power ohne Ende, keinerlei Gedanken an irgendwelche Verbesserungen waren vorhanden und auf Grund der noch nicht ganz ausgeheilten Oberschenkelplesur auch ratsam! Somit war ein Lauf im extensiven Bereich im 5:18er Schnitt angesagt und in Anbetracht des Streckenprofil eh schon eher im Bereich Intensiv zu sehen.

Wie der Zufall es so will, stand mir im Startbereich ein langjähriger früherer Tenniskollege,

Paarlauf mit Ernst
Paarlauf mit Ernst

der mitlerweilen schon seit gut 10 Jahre mit dem Laufsport auf du und du ist, im Wege :-). Nach ausgiebigem Plausch wollten wir diesen Wettkampf gemeinsam laufen. Für mich super, ist Ernst doch ein erfahrener Läufer. Zudem kannte er die Strecke schon vom Vorjahr. Eine gute Voraussetzung für ein erfolgreiches, gutes Training mit Wettkampfcharakter.

Strecke und Profil

HM Hall/Wattens
HM Hall/Wattens

Es sind da gleich am Beginn einige Höhenmeter zu bewältigen und sozusagen als Draufgabe gibt es ab km 15 einen Anstieg über ca. 3 km mit einer Höhendifferenz von ungefähr 300 m . Also nicht wirklich einfach zu laufen.

Das Rennen

Punkt 16:00 ging es los.

Nach dem Startschuss ging's zur Sache
Nach dem Startschuss ging’s zur Sache

Die Zeitnehmung berücksichtigte „nur“ eine Nettozeit, dh sobald der Start erfolgt ist tickt die Uhr. Keine Berücksichtigung des verzögerten Durchlaufens der Starteinrichtung. Was man da an Zeit verschenkt, durch zu weites hinten anstellen, das ist verloren bzw. muss man läuferisch wieder gut machen :-(. Nicht gerade von Vorteil. In meinem Falle hat das so ca. 19 Sekunden betragen. Ist nicht die Welt, doch wenn man weiß, wie schwer es ist Zeit gut zu machen, dann sollte man das schon im Vorfeld berücksichtigen. Ich hatte das einfach nicht gecheckt.

Anfangs läuft man über holpriges Kopfsteinpflaster

Holpriges Profil
Holpriger Untergrund

aus Hall heraus um dann sogleich mit dem Anstieg nach Absam Bekanntschaft zu machen. Hier wird man schon mal vorbereitet auf das was einem so ab km 15 erwartet. Es geht schon mal ordentlich den Hügel hoch. Zwischen km 2,5-3 hat man die Klettertour bestanden und man kann wieder Richtung Hall den Hügel runterrennen.

Und ab geht die Post
Und ab geht die Post

Klingt zwar einfach, aber man muss dabei ganz schön aufpassen, um nicht zu straucheln.

Bei km 4,8 zischt man am späteren Ziel vorbei, runter auf den flachsten Teil der Strecke. Hier war ich zu hause. Jetzt wo ich mich auf meiner schon zigmal gelaufenen Piste befand, konnte ich meine Resourcen richtig gut einteilen. Einzig der doch heftige Ostwind, der Nachmittags immer bläst, störte ein wenig den Lauf.
Es waren nun schon in etwa 8-9 km gelaufen, mein Körpergefühl super und wir immer noch zu Scherzen aufgelegt. Zu diesem Zeitpunkt fiel mir das erstenmal auf, dass wir nicht mehr überholt wurden und immer mehr Läufer uns entgegen gekommen sind. Nicht weil sie umdrehten, sondern weil ihr Tempo einfach zu gering war. Mein Blick auf den Garmin machte es dann auch gleich erklärbar.

Flottes Tempo
Flottes Tempo

Unsere Pace bewegte sich so zwischen 4:15 und 4:30. Das war den meisten vor uns doch etwas zu viel, bzw sie hatten sich womöglich schon im ersten Teil zu sehr verausgabt. Wie auch immer, wir sammelten Startnummer für Startnummer ein, keiner wollte oder konnte mehr an uns vorbei. Ein, zwei Läufer hängten sich in unseren Windschatten (im wahrsten Sinne des Wortes) und gingen unser Tempo mit.

In Wattens war sozusagen der Wendepunkt, hier bei km 12,8 ging es wieder zurück in Richtung Hall. Nun ist die Zeit der Wahrheit nicht mehr weit, Baumkirchen näherte sich mit schnellen Schritten. Immer noch ganz locker und froh, dass mein lädierter Oberschenkel sich so brav verhielt und nicht aufmuckte.

KM 15, der Scheideweg

Jetzt war es so weit, vor uns der doch recht beeindruckende Anstieg bei Baumkirchen. Ich fühlte mich super, der km-Schnitt immer noch bei 4:37, also besser als je zuvor. Für mich stellte sich schlagartig die Frage, riskierst du etwas, oder nicht? Mit dem lockeren Trainingslauf wäre dann vorbei!
Kurzentschlossen und total aus dem Bauchgefühl heraus, habe ich mich für das Risiko entschieden. Mein Aufruf Richtung Ernst, komm, wir riskierens verhallte irgendwie. Gleich zu Beginn des Anstiegs versuchte ich das Tempo so hoch wie möglich zu halten. Ich muss sagen, da gehts ganz ordentlich zur Sache. Läufer für Läufer konnte ich einholen und überholen. Hinter mir wurde es immer ruhiger und das motivierte zusätzlich. Zudem hatte ich immer noch ein gutes Gefühl und die Anfeuerungsrufe der Zuseher taten das ihrige. Vom Ernst und den Windschattenläufer war keine Spur mehr zu sehen und zu fühlen.

Oben am höchsten Punkt angekommen, in etwa bei km 17,5-18 ging es dann in Wellenform, dh rauf und runter und zum Teil auf einem Waldweg nach Mils. Einige kleinere Anstiege waren als nicht vorhanden zu bemerken, ich hoch motiviert und nach dem Blick auf die Uhr kam die Überraschung. Die Durchschnittsgeschwindigkeit lag noch immer in einem Bereich,den ich eigentlich überhaupt nicht erwartet hatte, nämlich bei 4:45!
4:45 nach diesen Höhenmetern war eine sehr gute Ausgangslage, um jetzt endgültig durchzuziehen und einen Angriff auf meine PB zu starten. Ab jetzt galt es solo dem Ziel entgegen und alles aus mir rauzuholen.

Läufer um Läufer konnte ich einholen, bei den bergab Passagen musste ich allerdings ordentlich aufpassen, denn die Koordination, das Umschalten von langsam auf schnell, forderte mich in meiner Konzentration sehr. Sekunde um Sekunde konnte ich dem Lauf abzwicken und ab km 19-20 war klar, wenn nicht noch etwas schief geht, dann wird das für mich eine tolle Zeit. Mitlerweilen hatte ich den Schnitt auf 4.34 und es ging nur mehr flach und leicht runter. Das Gefühl war immer noch sehr gut und es war klar, am Ende will ich zu einem Sprint anziehen.

Zieleinlauf
Zieleinlauf

Es wurde ein Sprint zu einer für mich tollen Zeit und vor allen zu einer persönlichen Bestzeit! 🙂

Die Zeit auf meiner Uhr blieb bei 1:38:33 stehen, die der Zeitnehmung bei 1:38:52. Das waren die eingangs erwähnten 19 Sekunden, die durch das Anstellen am Start und der Nettozeitmessung verloren gingen.

Nicht ganze zwei Minuten später kam mein Kollege Ernst ins Ziel. Wie er sagte, hatte er bei der Schlüsselstelle, dem Anstieg bei Baumkirchen, keine Körner mehr. Laut seinen Aussagen konnte er nichts mehr zulegen.

Link zum Ergebnis (Pentek Timing)

Fazit

Aus einem lockeren Trainingslauf wurde ein echter Wettkampf, der mich zu einer neuen PB trieb.

Gemütlicher Ausklang im Zielgelände
Gemütlicher Ausklang im Zielgelände

Zur Veranstaltung kann ich fast nur positives vermerken. Einzig die Verpflegung im Ziel (Bananen, ….) war eher mangelhaft.

Alles in Allem, für mich ein unerwartet toller Event! 🙂 🙂 🙂

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