Was mich bewegt Marathon zu laufen

Warum läufst du Marathon, was bewegt mich dazu?

Diese oder ähnliche Fragestellungen bekomme ich immer wieder mal zu hören bzw gestellt. Diese zu beantworten ist gar nicht so einfach.

Zum Einen ist es einfach die Lust an der Bewegung, am Laufen selbst, zum Anderen auch sich mit Gleichgesinnten zu messen und sich auszutauschen.

Ganz sicher ist aber, dass es für mich etwas ganz Besonderes ist, 42195 m zu laufen und von den Zusehern in das Ziel getragen zu werden, mit dem Bewusstsein, jetzt hast du sportlich etwas ganz Großartiges geleistet.

Dass das nicht einfach ist und doch einiges an Schweiß und Willen braucht ist, so denke ich, selbstredend. Was das bedeutet, bedeuten kann, möchte ich ein wenig transparent machen. Dazu werde ich meinen Trainer Peter Greif zitieren.

Dieser Auszug symbolisiert recht gut das Laufen über 42,195 km.

Auszug aus seinem Count-Down zur Bestzeit zum Thema Marathon

Quälen mußt Du Dich immer. Du kannst Dir ruhig abschminken, jemals locker einen neuen Hausrekord zu erzielen. Du mußt, wenn Du Erfolg haben willst, immer an der Grenze Deiner Leistungsfähigkeit laufen. Wenn diese steigt, wirst Du nur schneller, der Schmerz aber nie kleiner.

In der Nähe des 40 km Punkts kommen die Wellen der Erschöpfung immer häufiger. Über einige 100 m glaubst Du, daß nichts mehr geht, aus, keinen Zentimeter mehr, ich breche zusammen. Du schwörst Dir, daß Du nie wieder mehr Marathon laufen wirst, aus vorbei! Sollen sie doch alle denken, was sie wollen, diese Quälerei machst Du nicht mehr mit.
Aber glaube mir, aus diesem Wellental, welches so schwer zu ertragen ist, trägt Dich Deine Psyche wieder nach oben. Du wirst auf dem Kamm getragen. Einige Minuten später läuft es wieder und Dein Optimismus ist wieder da. Ein Umstand, den ich jetzt nach mehr als 60 Marathonläufen immer noch nicht verstehe, aber es klappt wirklich. Du hörst den Lautsprecher der Zieldurchsage, witterst die “Morgenluft”. Jetzt rein in das Stadion, wo ist das Ziel, wieviel Meter noch? Beifall empfängt Dich. Du steigerst Dein Tempo, der Beifall wird stärker, die Schmerzen sind vergessen, vergessen die Entbehrungen. Du denkst nicht mehr an die harten Tempoläufe, nicht mehr an die steifen Muskeln und die Erschöpfung nach den langen Läufen. Du siehst nur die Uhr oberhalb des Einlaufkanals, die Sekunden rinnen, ein Glücksgefühl durchströmt Dich.
Was wissen die da draußen schon, was Du jetzt fühlst, ein Gefühl, welches nur wir haben, das den anderen verschlossen bleibt. Ein Gefühl welches niemand auf dieser Welt kaufen kann, mag er auch noch so reich sein. Das ist unsere ureigene Erlebniswelt.
Du hast es geschafft! Deine Bestzeit, Dein Ziel ist erreicht, es hat geklappt. Eine Gänsehaut läuft Dir den Rücken runter. Die Arbeit, der Einsatz haben sich gelohnt, Du hast es gepackt, Du schluckst und der Beifall der Massen trägt Dich in das Ziel.

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