Ein versöhnlicher Abschluss!

Heute ging es, wie schon angekündigt, ins Pitztal zum Gletschermarathon. Hier drinnen, mitten in der Bergwelt von Tirol, wollte ich meinen Abschluss mit dem Frühjahr 2010 begehen.

Die Spannung steigt
An(auf)geregte Gespräche unter LaufkollegenInnen

Ein aus dem Training heraus gelaufener HM, der ohne große Ambitionen stattfinden sollte.

Zeitig in der früh ging es mit meinen zwei Begleitern, Karin und Markus ab ins Pitztal. Alle zusammen gut gelaunt und entspannt, war doch im Anschluss daran die heiß ersehnte Regeneration fällig. Wie schon in den Tagen zuvor war es bei uns schon in der Früh ordentlich warm, satte 20°C schon um 06:30. Das verhieß leider nichts Gutes, auch wenn der Start auf fast 1000m Höhe stattfand.

Angekommen in Imst hatten wir nicht wirklich viel Zeit um unsere Klamotten zusammen zu raffen und uns für die bevorstehende Busfahrt nach Wenns vorzubereiten. Die Busfahrt zum Start war recht heiter und lustig. Ein Vorarlberger Laufkollege hatte gleich mit mir einen Deal gemacht. Seine Prognose für mich, eine 1:30:xx. Kostete mich nur ein Lächeln, hatte ich doch nicht unbedingt die Form und vorerst mal den Willen kräftig Gas zu geben. Da seine PB bei 1:24:xx war, hatte ich ihm aber aufgetragen, dass er im Ziel mit ein paar Bierchen auf mich warten muss.

Kurz vor 09:00 waren wir dann am Start und es war mehr als genug Zeit sich dort zu akklimatisieren.

HM Pitztal
Start zum HM

Immer recht interessant und spannend, wenn sich Läuferinnen und Läufer ein Stell-dich-ein geben. Die letzten Vorbereitungen liefen auf Hochtouren. Aber irgendwie hatte mich das schon ein wenig angestachelt, seine 1:30:xx. Dass das noch nicht so leicht zu ereichen ist, da habe ich mir gar keine Illusionen gemacht, aber eine neue PB, das wäre schon was.
Nun gut, schauen wir halt mal. Das Profil hat einige Abwärtspassagen, aber eben auch einige recht knackige Anstiege. Und die waren eben leider nicht am Anfang, sondern dort wo es am meisten weh tut, ab ca. 10 km. Daher meine Devise, auch wenn es anfangs runter geht, nicht überpowern, vorbereiten auf die Anstiege und dann wird es sich zeigen. Eigentlich will ich ja einen Funlauf hinlegen und nicht wieder mitten auf der Strecke verglühen. Und das war bei den Temperaturen von annähernd 30°C leicht möglich.

Punkt 10:00 ging es los.

Der Startschuss
Ab geht die Post!

Schon auf den ersten Kilometern war klar, heute hast du einen guten Tag, heute fühlst du dich wohl. Nicht so wie beim verregneten Geländelauf, bei dem ich so richtig blau in der Gegend herum lief, sondern richtig gut.
Jetzt hieß es erst mal nicht übertreiben und immer schön richtig in dich hineinhören, damit ich rechtzeitig die Bremse ziehen konnte wenn es notwendig werden würde. Aber nichts dergleichen.

Nichts hält uns nun mehr
Hunderte Beine in Bewegung

Es zogen zwar einige an mir vorbei, aber das störte mich nicht sonderlich, ich wollte mein Tempo deshalb nicht hochziehen, obwohl das ohne weiteres möglich gewesen wäre.

Als ich das erstemal auf meinen Wecker (Garmin) schaute, erschrak ich ganz schön. Da war kein 4er vorne dran, sondern die 3 leuchtete mir entgegen. 3:54 für die ersten 5km. Nun ja, jetzt habe ich nicht gleich alle meine Vorsätze über Bord geworfen und auf Attacke umgestellt, sondern ich wollte mir mal weiterhin den Verlauf, meinen Verlauf geben. Wie es weitergehen soll, das wollte ich dann beim passieren der 10 km Marke entscheiden.
Als ich nach ca 6-7 km meinen neu dazu gewonnen Kollegen aus Vorarlberg auftauchen sah, da wurde mir schon ein wenig mulmig.

Ein Blick auf die Uhr sagte mir, du bist immer noch so um die 3:55 – 4:10 unterwegs. Bei KM 8-9 war ich auf ihn aufgelaufen, ein kurzes – was ist? Taktik oder Probleme?

Laufkollege aus dem Ländle
Enttäuschung pur!

Kurz aber schmerzvoll kam von ihm, ich bin blau, mach dass du weiterkommst, gib Gas. Mir war aber klar, ich muss aufpassen, denn das Tempo war ich noch nie gegangen.

Jetzt wusste ich, nachdem ich immer noch recht gut und zügig voran kam, dass ich auf PB laufen werde. Den 10er hatte ich so um die 40 min hinter mich gebracht, das gab Auftrieb und ich fühlte mich sehr gut. Jetzt nur nicht übertreiben, jetzt geht es so richtig mit den Anstiegen los.

Der nächste Abschnitt ist eigentlich der schönste Teil des Rennens. Er geht zwar stark kupiert, aber größtenteils am Waldrand auf nicht asphaltierten Wegen entlang. Zum Glück, denn mittlerweilen war die Sonne erbarmungslos. Jeden Schatten ausnutzen war die Devise. Seit fast 10 km hatte ich eine Gruppe im Auge, die so ca 100 – 150 m vor mir lief. Soll ich versuchen auf sie aufzuschließen? Nein, diesen Gedanken habe ich verworfen, war doch das Gelände mittlerweilen recht ordentlich und ich wollte ja meine PB ins Ziel bringen und nicht mich bei einem kleinen Privatduell aufreiben. Also, Luft raus und Beine hoch.

Es lief heute einfach gut, immer schön motiviert, nicht übertrieben Angriffslustig, aber trotzdem flott. So soll es bleiben, denn die KM 18,19 und 20 sollen ja schön ans Eingemachte gehen. Und wie sich zeigte, ohne mein Tempo zu verschärfen, zwei der Kumpels kamen mir entgegen. Die Anstiege raubten ihnen anscheinen die Substanz und sie mussten zurückstecken. Auch gut, nun waren wir zu dritt. Die zweit noch ausstehenden Läufer, die gaben sich leider keine Blöße, sie waren zum Greifen, aber dazu hätte ich das Risiko in die Höhe schrauben müssen und das wollte ich nicht. Mittlerweilen schaute ich nicht mehr auf die Uhr, ich wollte nur mein Tempo gehen. Das war mit Fortdauer immer schwerer, eh klar, die Sonne und das Gelände setzten mir dann doch etwas zu. Trotzdem konnte ich die zwei hinter mir abschütteln, die leichte Tempoverschärfung bei den bergauf Passagen machten sie dann doch gar! 🙂

Die km 19 und 20 habe ich nicht mehr so genossen, zum Einen war es brütend heiß und zum Anderen machten sich die Anstiege bemerkbar. Aber das lohnende Ziel eine neue PB, das wollte ich nicht hergeben. Am Scheitelpunkt angekommen wusste ich, jetzt nochmals ordentlich aufs Gas und dann müsste es klappen!

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ES HAT GEKLAPPT >>>>> NEUE PB: 1:31:09

Siegerehrung
Da kam Freude auf! 🙂

2. Platz bei den M55 und
24. Gesamtrang von 245 Klassierten
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Und wenn ich jetzt das so Nachbetrachte,

Erstmal raus aus den Schuhen
Mit Laufkollegen aus England

dann muss ich eigentlich erfreud feststellen, so weit sind die 1:30:xx gar nicht weg gewesen! 😉

Also, Herz was willst du mehr. 🙂 🙂 🙂

Das war ein Abschluss, der mich mehr als versöhnlich und zufrieden stimmte. Das alkoholfreie Bierchen

Wie geht's?
Ein Bierchen gefällig? 🙂

im Ziel, das zischte so richtig runter.

Meine Begleiter hielten sich ebenfalls ausgezeichnet. Karin gewann wieder mal ihre Klasse

Wieder mal Siegreich!
So sehen Sieger aus!

und Markus, mein Begleiter für Berlin, stellte ebenfalls eine neue PB auf (3 Starts und gleich 3x PB).

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