Ein weiterer Schritt in Richtung HM-PB

Nachdem nun die Vorbereitung auf das Herbstereignis etwas fortgeschritten ist und wieder mal etwas Abwechslung von Nöten war, passte der 11. Tiroler Firmenlauf ganz gut ins Konzept. Zwar rein vom Training her weniger, aber wie heisst es immer? Jeder Wettkampf trainiert einen besser als jedes Training! 😉

Na ja, ganz so tierisch darf man diesen Spruch in diesem Fall nicht nehmen, aber ein Wettkampf ist ein Wettkampf und der Ansporn mehr zu bringen als im Training ist allemal gegeben. So auch dieses mal, wenn auch das erwartete Ergebnis aufgrund einiger nicht änderbarer Umstände leicht getrübt war. Ja ja, ein letztendlich lachendes Auge war doch noch dabei! 🙂

Kurz zur Vorgeschichte und den angesprochenen „nicht änderbaren Umständen“.
Nicht änderbar war auf alle Fälle der Termin des Laufs, weil das wäre notwendig gewesen, um ein optimales Ergebnis abliefern zu können. Zeitgleich waren nämlich die Konzernmeisterschaften im Tennis ausgeschrieben und das konnte ich als Mitgestalter, in der Turnierleitung und als Spieler tätiger ebenfalls nicht verschieben. Somit war klar, das muss einen akzeptablen Kompromiss ergeben, der dahingehend lautete, dass das Tunier für mich als mitlerweilen sehr wenig schlägerschwingender Mitstreiter dies ohnehin recht rasch beendet sein wird. Eine Runde, nun ja, das wäre realistisch, eine weitere eher nicht da schon die Gesetzten auf ein Fressen warteten. Somit war das eigentliche Training, das der Wettkampf ersetzte, kompensiert. So die Theorie und wie wir alle aus Erfahrung wissen, stimmt diese selten bis nie mit der Praxis überein

So weit, so gut was den reinen Sport angeht. Nur war da eben noch etwas an administrativen Tätigkeiten am WK-Tag nötig. Beim Tennis etwas Turnierleitung und Spielen und für das Laufen die gesamte Organisation für 33 Läufer.

Wäre auch noch kein großes Problem gewesen, wenn nicht das Spielen gewesen wäre. Am Vortag hatte ich zwar schon eine sehr kleine Vorahnung bezüglich meiner Form, die eigentlich keine sein durfte, aber doch irgendwie sich einstellte. Am Tag X, dem Tag wo der Firmenlauf gestartet wird und mein mir gestecktes Ziel zu bringen war, genau da schlug das Tennisvirus voll durch.

Aufschlag um 12:00 im 1/4-Finale gegen den ersten Gesetzten des Turniers. 14:15 Händeschütteln und Freude nach einen sehr anstrengenden und kräfteraubenden zwei Satz Sieg. Müde, überrascht aber glücklich ging es sofort in die Dusche, um die in der Stadt wartende Läufergilde mit den Startpaketen zu versorgen.

Pünktlich um 16:00 stand ich in unserem Zelt und die Tennisschuhe wurden gegen Laufschuhe, meine 91 g Waffen, getauscht. Zu diesem Zeitpunkt hätte ich lieber meine Beine in die Höhe gestreckt, als nochmals 5,3 km wie ein aufgeschreckter Stier durch die Stadt zu rennen. 😉 Aber wer A sagt, muss auch B sagen und so war es dann auch.

Erstmal habe ich mir aufgrund der Umstände nur die geforderten 4:00 min/km aus der Trainingsvorgabe auferlegt, doch kaum in den Schuhen war doch der Ehrgeiz angeregt und das ursprünglich angestrebte Ziel von einer 3:40 min/km zwar tabu, jedoch eine 3:48 wollte ich doch noch versuchen. Und das würde eine neue PB über die 5 km bedeuten.

Bilderbogen

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Das Rennen
Tolles Event, perfekt organisiert, massig Läufer, irre Stimmung und tolle KollegenInnen! 🙂

Los ging es wie immer zu schnell. Heuer verschärft, da ich letztes Jahr den Zug weiter hinten verpasst hatte. Dieses mal wollte ich es besser machen, was von der Aufstellung her auch gut gelang, nur ganz weit vorne, da spielt die Musik, da geht so richtig die Post ab. Und bei mir immer ein Problem, auf kurzen Strecken glaube ich immer, es gibt nur ein Gas, Vollgas. Wieder startete ich wie eine Rakete durch, wohlwissend dass meine Beine alles andere als frisch waren, das Gefühl schon beim Einlaufen nicht das Beste war.

Sei es wie es ist, ich lief mal lustig auf 3:41 min/km los, pendelte mich dann recht rasch auf 3:45 – 3:50 min/km ein und verfluchte den Sieg 2 Stunden zuvor. Wie gerne hätte ich frische Beine und genug Sprit in meinen Muskeln gehabt. Alles aber nützt da natürlich nichts, es ist wie es ist, schwer, sehr schwer. Ganz böse wurde es dann auf den letzten beiden Kilometern. Man oh man taten mir die Beine weh, der iSH quälte mich zudem wie selten und wenn das ein 10 km WK gewesen wäre, ich hätte das Ziel denke nicht gesehen.
So aber kämpfte ich mich immer langsamer werdend ins Ziel und war froh es in einer respektablen Zeit geschafft zu haben. Ich war zwar anfangs etwas enttäuscht, doch wenn ich ehrlich zu mir war, dann war heute nicht mehr drin.

Im Anschluss daran ging es mit allen KollegenInnen zum anschließenden gemeinsamen Erlebnisaustausch. Essen und Trinken war angesagt, es sollte ja ein würdiger Abschluss stattfinden. Es war ein würdiger Abschluss! 🙂

Nachsatz
Erst am darauffolgenden Tag in der Früh, vor meinen Semifinalspiel bei den Konzernmeisterschaften, hatte ich realisiert, dass ich doch mit hundsschanden eine neue PB aufstellen konnte. Es war zwar nicht das gesteckte Ziel, aber eine Bestzeit. Mit einem Schnitt von 3:49 min/km konnte ich die 19:10 min auf die 5 km um 5 Sekunden verbessern.

So gedopt gelang mir etwas, was ich schon viele Jahre zuvor 3x fast geschafft hatte, aber doch nicht gelungen ist, ich wurde Konzernmeister im Tennis Einzel!!! 🙂 Etwas das so nie und nimmer zu erwarten war, da Tennis nur mehr rudimentär als Alternativsport betrieben wurde. Aber ich denke auch, dass das Laufen und vor allem das harte Training nach Peter Greif, meinem Trainer und Quälgeist, dafür verantwortlich war. Zudem habe ich meine Ernährung auf kohlehydratarme Kost umgestellt und das Eiweis in den Vordergrund gerückt. Das Ergebnis ist, dass ich noch nie in meinem Leben so fit und mental stark war!!!

Anders ist für mich dieser Erfolg nicht zu erklären. 🙂

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