Let it snow – weiß ist Modefarbe

 

Trainingsintensität:

 Bedeutung, Erklärung

EDL … Extensiver Dauerlauf Siehe Beschreibung

Trainingseinheit
29 km extensiver Dauerlauf (EDL) in 5:18 – 5:00 min/km. Laufe unbedingt die verlängerte Strecke. Auch wenn sie dir in der Vorwoche schon sehr schwer gefallen ist. Ich verspreche dir, das du dich ganz schnell an die Länge gewöhnst.

Pulsbereich 115 – 126.

So, jetzt geht es wieder los, lang, länger, Erbarmungslos. Heute noch schonende 30 km und vernünftiges Tempo. 😉

Mental, Physisch
Das Aufstehen heute morgen fiel mir nicht unbedingt ganz leicht, es war zwar schon 0800, aber einen kleinen Zuschlag hätte ich schon noch vertragen. Doch um halb 10 war mit Markus ausgemacht, daher nix mehr mit Weiterpennen. Raus aus den Federn und Frischluft rein. Oh je, oh je, alles weiß und Schneefall bis zum Boden. Temperatur prüfen? Brrr, satte -8°, genau das was ich wollte. 🙂

In der wohligen Wärme der 4 Wände hatte ich so gar keine Lust auf Bewegung und Laufen. Ich gebe es unumwunden zu, ich hatte null Bock und schon gar nicht auf 30 km! 😦 Und nachdem mir Markus auch noch wegen Krankheit seiner Bewachung seine Kinder absagen musste, war die Motivation unter NULL. 😦 Na ja, was soll’s, es kann nicht immer lustvoll sein.

Die innere Auseinandersetzung über das, was ziehe ich bei dieser Kälte an, hatte eindeutig in Richtung Nordpolexpetition ausgeschlagen. Somit 3 Schichten und dadurch zusätzliche 3 kg Zusatzgewicht zwiebelförmig übergestreift und während dessen mir andauernd gut zugeredet und Mut zugesprochen. Meine Motivation wollte einfach nicht aus dem Keller kommen. Nix da, jetzt ist es Zeit, egal ob ich will oder nicht!

Körperlich haben mir die zwei lauffreien Tage ganz gut getan, Kraft und Spiel haben eindeutig positiv gewirkt, also von dieser Seite gab es somit keine zusätzlichen Argumente gegen die TE. 😉

Los ging es bei Schneetreiben und den besagten frostigen Temperaturen, aber wenigstens war der versprochene Wind nicht eingetroffen, auch schon etwas. Auf der Piste dann schon mal die ersten Abtastverfahren bezüglich Gleitverhalten meiner Schuh geprüft. Die erste Kurve wurde von mir schon mal in Rallymanier genommen, also mit querstellen der Schuhe, um den Ausgang der Kurve nicht zu verpassen. Ging nochmals gut, somit war ich schon mal gewarnt und auf einige Eislaufeinlagen vorbereitet. Zumal ich spätestens ab KM 5 auf nicht geräumtes Territorium gelangen werde.

Zu meinem Erstaunen musste ich aber feststellen, dass das Laufen schlagartig meine Laune in Richtung GUT getrieben hat. He, das war ein tolles feeling, das Knirschen der Schuhe im Schnee, die Ruhe durch die gedämpften Geräusche durch den liegengebliebenen Schnee und endlich, mein Körper erwacht aus dem Schlaf, SUPER! 🙂
Ich hatte mir heute vorgenommen, wieder einmal nur einen Gefühlslauf durchzuführen. Ein Gefühlslauf bei mir heisst, ich starte die Uhr und das nächste mal wenn ich drauf schaue, dann ist das nach dem Stoppen der TE. Ergo, nur das Körpergefühl soll über das Tempo entscheiden.
Und wau, es ging alles vom Anfang bis zum Ende ganz flockig, locker von der Sohle. Einzig die Schulterpartie hat gegen Ende hin einiges an Verspannung, die sich als recht schmerzhaft zeigten. Nur das kenne ich ja schon aus den vielen ersten Läufen bei kalten Temperaturen ja schon, anscheinend verkrampfe ich da so, dass es wirklich ordentlich weh tut. Geht aber rasch vorbei und nach zwei drei solchen Kälteläufen ist das ebenfalls Schnee von gestern.

Nach dem überschreiten der 30 km Marke und dem anschließenden Abbremsvorgang auf Glatteis, den Finger auf die Stoptaste und …. Staunen. Ja, das war schon ein wenig überraschend, eine 2:26 auf 30 km bedeutet, dass ich den km in einer 4:51 runtergebogen hatte und das alles im lockeren Laufstil, mit wenig Anstrengung, ohne den mir zugestandenen Belastungsbereich auszureizen. Na, was brauch ich mehr? Und das obwohl ich null Bock auf diese TE hatte. 🙂

Fazit
Auch wenn es mal nicht so toll aussieht und man nicht so toll auf Training und Belastung eingestellt ist, und man viel lieber sich unter der warmen Decke in den eigenen vier Wänden verstecken will und wenn man sofort 1000 Gründe findet, warum es besser ist diese TE heute nicht zu machen, lauft sie trotzdem! Es war ein Genuss, ich hätte mir in den Allerwertesten gebissen, wenn ich nicht auf die Piste gegangen wäre, es war toll, ein körperlicher und geistiger Jungbrunnen.

Ich fühle mich sauwohl und zufrieden. 

Garmin Connect (Link)

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