Trainingsprotokoll – Tag 63

Die Phase des Zweifelns

Trainingsintensität Bedeutung, Erklärung
EDL+EB … Ext. Dauerlauf mit EB Ext. Dauerlauf mit Endbeschleunigung

Trainingseinheit
35 km regenerativer – extensiver Dauerlauf

Anmerkung
Heute gab es die Höchststrafe, trotz Traumwetter und 10° ging ich aus taktischen Gründen ins Studio um mir so richtig die Keule zu geben. 😉

Mental, Physisch
Diese Woche hatte es so richtig in sich. Durch das verlängerte Wochenende auf den Bergen musste ich mein Trainingsprogramm komplett umstellen. Das Notprogramm griff auch nicht, da wieder mal alles anders kam, der geplante 35er mit EB fiel ja bekannter weise am geplanten Freitag ins Wasser. Somit war ich in der Zwickmühle und das passte mir ganz und gar nicht. Schon alleine deshalb, weil ich nächste Woche wieder ein verschärftes Programm, mit Umstellungen bewältigen muss.

So war es zwar traumhaft in den Bergen Tirols sich mit tollen Freunden auf den Pisten auszutoben, nur das Training, der 35er mit den 6 km EB lag mir verdammt im Magen. Und als ich heute morgen die Skier anschnallte und die Hänge von Serfaus, Fiss und Ladis unsicher machte, da war stetig der Gedanke an diese TE allgegenwärtig. Und je mehr ich mich dem geschnittenen Schwung erfreute, desto mehr spürte ich die Ermüdung in meinen Oberschenkel. Kein gutes Omen, keine tollen Voraussetzungen, wenn ich heute nochmals angreife und doch noch die se TE angehe.

Als wir dann nach 5 Stunden diesen Skitag beendeten und ich sauschwere Beine hatte, da war mein Elan gleich null. Die geplante TE wurde immer unrealistischer, der Glaube an ein vernünftiges Training schwand exponential dazu. Ich dachte mir, das ist Harakiri wenn du heute gleich nach diesem Skiwahnsinn dir die Schuhe überstreifst und dich an den 35 km mit den 6 km EB versuchst. das kann nur in die Hosen gehen, du bringst ja jetzt schon kaum die Füße weiter.

Alles Gedanken die ich schon zu genüge kenne, denn jetzt ist wieder die Zeit des Zweifelns angebrochen. Wie jedes Jahr, wie jedes mal bekomme ich die Krise weil ich das Gefühl habe, einfach nicht wenig trainiert zu haben, einfach zu wenig getan zu haben. Das ist zum aus der Haut fahren! 😦

Und nun, nachdem ich auf der Couch im Wohnzimmer lag, nach erschöpfender Kilometerjagd war ich schon fast beim Aufgeben, mein Elan war praktisch tot. Und dann das Wunder. 🙂 Als ich im Servus-TV einen Bericht vom Extrem-Marathonläufer Pat Farmer (in Bullit – the Magazine – Episode 20), einem ehemaligen Politiker, der sich in den Dienst des Roten Kreuzes stellte und einen unglaublichen Spendenlauf (vom Nord zum Südpol mit über 20.000 km in 331 Tagen. Sind 2 M am Tag!!!) absolvierte, als ich diesen Bericht sah, da war nix mehr von Müde zu spüren, da sagte ich mir, du alter Esel, steh auf und bewege deinen Arsch. Du musst nur 35 km joggen und davon halt 6 km etwas flotter die Beine bewegen. genau das wars was ich gebraucht hatte. Und ab ging es, jetzt war klar, die werden heute gemacht und da gab es keine Ausreden mehr, du rennst!

Und ich wollte diese TE im Studio machen, weil so einfach wollte ich es mir nun nicht mehr machen. Draussen war es wolkenlos und hatte satte 10°, als perfektes wetter. Nur das schehrte mich diesmal gar nicht, ich wollte dass es so richtig weh tut. Ja, ich wollte es meinem iSH so richtig geben. Es ist schon eine Härte da ins Studio zu gehen und das Wetter nur durch das Fenster geniesen zu können. Nein ich wollte es ir nicht einfach machen, je schwerer desto besser, die Zweifel sollen ein Ende haben. 😉

Taktisch gab ich mir ein mehr Spielraum, da ich nicht mehr ganz so frisch war und ich echt sauschwere beine und müde Oberschenkel hatte. Also von den ursprünglich angedachten 5:05-5:10 gab ich mir 5 Sekunden Zuschlag, heisst, dass ich mit einer 5:12-5:15 zufrieden bin. Dafür soll dann aber die EB etwas zügiger vonstatten gehen. Also etwas mehr Performance darf es schon sein. Die 4:15 wollte ich auf eine 4:10 drücken.

Somit startete ich dann und war sofort überrascht wie schnell ich in den Rhytmus. Vor hatte ich dass ich einen Steigerungslauf mache, also ständig an der Temposchraube drehe und so versuche beim Vorgeplänkel mich auf die vorgenommene zeit zu kommen. Ist mir auch ganz gut gelungen, letztendlich hatte ich eine 5:13 auf dem Tacho, ich war zufrieden, wobei etwas schneller schon leicht möglich gewesen wäre. Aber man soll ja nicht übertreiben und wie mein Lauffreund Andreas so gerne sagt, man (ich) soll vernünftig bleiben. Somit war Stufe eins angehakt und ich konnte in die EB starten.

Die EB fing ich gleich ambitioniert an, ich wollte gleich wissen was geht und ob ich mir nicht zuviel vorgenommen hätte. Aber auch da merkte ich umgehend, he das geht leichter als ich mir selbst erwartete. Auch hier das selbe Prinzip, die Temposchraube mit Gefühl nach oben, oder ist es unten?, 😉 drehen. Immer etwas schneller, genau soviel, dass ich es auch verdauen kann. Es ging hervorragend, es machte unheimlich Spaß, ich war wieder zurück, der iSH war heute tot, dem habe ich die Schneid angekauft, es war eine Freude. 🙂

Somit das Ziel erreicht, die zähe TE im Kasten und nun kann ich etwas beruhigter nach Hamburg.

Fazit
Nach 7 Tagen des Trainings bin ich heute doch ein wenig geschlaucht, geistig etwas müde, körperlich geht es mir jedoch erstaunlich gut. Nun heisst es diese Woche gut über die Runden zu bekommen.

Garmin Connect (Link)

Alternativlink der TE

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