Trainingsprotokoll – Tag 85

Blutgeschmack im Mund 😉

Trainingsintensität  Bedeutung, Erklärung
TDL … Tempodauerlauf TDL im Marathon

Trainingseinheit
Letzter Test vor Wien, eine kleine Standortbestimmung.

Anmerkung
Es sollen 17 km im MRT werden. Wenn deutlich schneller, oder langsamer, dann ist ein Überdenken des Ziels überlegenswert. Ich denke, mein Ziel ist mehr als ambitioniert, das zu überdenken wäre Selbstmord! 😉

Mental, physisch
So, nun war es soweit, der letzte Testlauf vor Wien stand am Programm. Ein Tempodauerlauf im MRT (Marathon Renn Tempo) soll es werden, heisst soviel wie 4:19 bis 4:08 (3:02 – 2:54). OK, das ist zwar eine schöne Ansage, vor allem die 4:08, aber mein Ziel ist es ja, schnell zu laufen und deutlich die 3 Stundenmarke zu knacken.

Traditionell ist Montag Tempotag, Tempotag ist Studiotag. Auch wenn es draußen gute Bedingungen gibt, da habe ich eine gewisse Härte zu mir, vielleicht auch ein wenig Aberglauben der da mitwirkt. 😉 Auf alle Fälle konnte ich dadurch den Tag in vollen Zügen geniesen, musste nicht irgendwelche Kunstgriffe fabrizieren. Dieser Ostermontag war dadurch optimal ausgenutzt, die Sonne so richtig genossen.

Am späten Nachmittag dann der Gang ins Studio, ein Gang mit anfangs gemischten Gefühlen. Zum Einem spürte ich viel Energie, zum Anderen aber auch das drohende Abstürzen bei zuviel Wagemut. Die Vorbereitung glich irgendwie schon einem Üben für den Marathon. Ruhiges herrichten der Laufutensilien, gemächliches Umkleiden, gewissenhaftes mentales Einstimmen auf das was da jetzt von mir gefordert wird.

Endlich am LB, die ersten Meter gejoggt, schon war ein richtiger Schub durch mich gegangen. Extrem leichte Beine, müheloses Temposteigern, rasch einen guten Rhythmus gefunden. Alle Sinne waren auf WK-Modus, Wienfeeling stellte sich ein, ein kleiner Vorgeschmack des Adrenalins (Blutgeschmack im Mund, wie Lutz das so bezeichnet) strömte durch mich hindurch. Nachdem der Einlauf-KM weggeputzt war, ging es hoch auf anfängliche vom PG geforderte 4:07. Dabei merkte ich gleich, das Tempo ist heute ein leichtes, somit etwas forciert. Trotzdem wollte ich nicht zu euphorisch die Sache angehen, sollte doch erst so ab KM 10 forciert werden.

Das ging so eine Weile dahin, die Belastung, auf die ich ständig wartete kam einfach nicht. Das war schnelles, aber ganz lockeres Laufen, mehr nicht. Bei ca. KM 8 wickelte sich dann der Schnürsenkel urgemütlich um mein rechtes Bein, sch…e! Alles stoppen, Schuhe beide neu schnüren und wieder Fahrt aufnehmen. Kein Problem, der Interruptus hatte zum Glück keine negativen Auswirkungen. Schnell war ich wieder im Tritt, der Ablauf, die Koordination wieder wunderbar.

Dann zwischendurch wieder mal die Kontrolle wie es so mit dem Schnitt aussieht! Hee, was ist da los? Ach du meine Güte, alles war auf Touren, nur die Garmin nicht, shit. Mitlerweilen genau 1,5 km gelaufen, nicht lustig. Sofortiges Anwerfen und überlegen was tun. Systeme kurz abgefragt, grünes Licht bekommen, somit weiter laut Garmin, also eine etwas längere Runde!

So gingen bzw. flogen die KM nur so dahin, der Körper signalisierte nur mehr! Nun ja, übertreiben wollte ich das Ganze nun auch wieder nicht, aber je länger es dauerte, desto mehr drückte ich aufs Gas. Nicht zuviel an Steigerung, nur soviel wie ich als Response, sprich, da ist immer noch etwas Luft vorhanden, bekommen habe. So handelte ich mich Sekunde um Sekunde vor, bis die 4:00 als Schnitt gefallen ist. Das heißt, da musste ich schon einige Meter deutlich unter 4:00 min/km laufen. Zeiten von 3:38 waren da auch dabei. Das Schöne dabei war aber nicht dass ich im Schnitt so flott laufen konnte, sondern vielmehr wie ich es konnte. Das hat mich echt voll überrascht, denn da gingen sich sogar ohne zu stottern Gespräche mit meiner Frau aus. Kein Ausgelaugt sein, kein außer Atem sein, keine müden Beine!

Zum Abschluss dann noch ein leichtes Austraben und fertig war die TE. 🙂

Fazit
Es scheint ganz so, dass ich das mentale, körperliche Tief überwunden habe. Verursacht vielleicht durch die hohen Belastungen und auch ein wenig durch den Infekt. Aber, und das hoffe ich doch, aber es scheint wieder gut zu funktionieren, die Form am 14.4.13 scheint zu passen! 🙂 Wenn nun das Wetter und die Tagesform auch noch stimmen, dann kann es der Lauf meines Lebens werden.

Garmin Connect (Link)

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2 thoughts on “Trainingsprotokoll – Tag 85

  1. Lieber Christian, so um die 50 (Alter) bin ich immer eine Woche vor dem M einen Zehner im angestrebten MRT gelaufen: 4:06’/km. Das klappte immer etwa so locker, wie Du Deinen tollen Lauf beschrieben hast. Allerdings habe ich dieses Tempo dann nie durchhalten können. Mein Rat deshalb: laufe mit Kopf und zu Beginn langsamer, als Du könntest(vielleicht so 4:10 bis 4:15 bis km 30 und dann versuche Gas zu geben(nicht schon bei km 25, wenn die Endorphine ausgeschüttet werden!!!), denn Du weißt ja, dass Du es drauf hast! Außerdem überholst Du dann ja alles was so um Dich herum dahin schleicht, das hilft ungemein. Denke daran, bremse Dich ein; 2:55 sind drin!

    1. Keine Sorge Volkhart, ich werde entsprechend das Tempo wählen. Zwar für mich nicht einfach, aber ich bekomme das hin. Für die ersten 15 km hatte ich sowieso vor so um die 4:13 zu laufen, dann aber doch etwas zu steigern. Nicht zuviel aber doch. Den Endspurt gibt es erst so ab 32 – 35 km, denn da weiß ich dann schon in etwa was noch geht und was nicht.
      Es freut mich, dass du mir diese Leistung zutraust! Aus so erfahrenen Mund ist das schon sehr viel Wert! 🙂

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