Trainingsprotokoll – Tag 92

Tapering 2. Woche/ 8. Tag = letzter Tag !

Trainingsintensität  Bedeutung, Erklärung
RDL … Reg. Dauerlauf Regenerativer Dauerlauf

Trainingseinheit
Mentale Einstimmung auf Wien

Anmerkung
Kein Tempo mehr, kein ext. Laufen mehr, nur noch regeneratives Dahintraben mit mentalem Einstimmen auf das Wochenende

Mental, physisch
Wie schon in den Tagen zuvor galt mein Fokus nur mehr dem Regenerieren. Mein Körper braucht jetzt diese Phase, braucht die absolute Erholung von der Schinderei. Jetzt gilt meine komplette Aufmerksamkeit der geistigen Auseinandersetzung mit dem Thema 2:55. Bis jetzt, bis letzte Wochen war es noch so etwas von weit weg, dass ich dafür keine Zeit gefunden habe. Nun ist es aber so weit, jetzt muss ich Farbe bekennen, jetzt muss ich mir das auch entsprechend aufbereitet im Vorfeld in kleine verdaubare Happen zerlegen, um mich dann bei den unvermeidlichen Schwächephasen über die Runden retten zu können.

Wie schon unser Schinderhannes, der PG, schön und richtig formuliert, Sieger werden im Kopf gemacht. Und genau daran arbeite ich schon seit ein paar Tagen, immer und immer wieder werden positive, schöne Momente meiner sportlichen „Karriere“ abgerufen, der Weg dorthin ins Gedächtnis zurück geholt und die anschließende Freude abgespeichert. Negatives hat da keinen Platz mehr, die Überzeugung dass ich es kann, dass es bei optimalen Bedingungen auch machbar ist, haben gegenüber Versagensängste Vorrang. 🙂

Heute habe ich auch diese Phase der Vorbereitung abgeschlossen und als positiv erledigt abgehakt. Bei meinem letzten Lauf vor Wien hatte ich das erste Mal so richtige Gänsehaut, sodass es mir trotz frühlingshaften 15° die Haare aufstellte. Ein richtig schöner kalter Schauer lief mir beim Gedanken an den Startblock und den Startschuss den Rücken runter.

Marathon ist eben etwas ganz besonderes! 🙂

Fazit
Alle Aufgaben erledigt, körperlich Top und mental mit einem Lächeln auf dem roten Teppich unterwegs. 🙂

WIEN ich bin für dich bereit !

Garmin Connect (Link)

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12 thoughts on “Trainingsprotokoll – Tag 92

  1. Hallo Christian, weil Du diesen „Wärmemarathon“ durchgelaufen bist, hast Du gewonnen. Vermutlich war Dir von Beginn (erster 5km- Split) klar, dass Du unter diesen Bedingungen vor die Wand läufst. Leider ist es auch so, dass die Leistungsminderung durch Wärme und direkte Sonneneinstrahlung umso größer wird je weiter man im Lebensalter fortgeschritten ist.
    Vielleicht versuchst Du es im nächsten Jahr einmal in Kandel in der Südpfalz. Marathon Anfang März, flache Strecke, sehr Wind geschützt. Schließe Dich mal mit Martin aus Altrip kurz. Ich bin gespannt, was Du zu berichten hast; sei bitte nicht „am Boden zerstört“, manchmal hilft die beste Vorbereitung nicht gegen äußere Umstände! Ich finde es toll, dass Du weder gleich das Handtuch geworfen hast, noch irgendwann ausgestiegen bist. Fühl Dich tröstend auf die Schulter geklopft. Ich bin heute gleich um 14:30h in Oppenheim im Rheintal losgelaufen (22-23°C) und zunächst 7,5km flach und mit Steigung 5-6% aus dem Rheintal ins Hügelland, dann zurück immer in praller Sonne – ich war platt, obwohl mein Tempo für Dich regenerativ wäre, aber ich konnte nachempfinden, wie es Euch in Wien ergangen sein muss. Gruß Volkhart(jetzt wieder in Göttingen)

    1. Hallo Volkhart!
      Ja, es mag stimmen, dass die Temperaturen etwas zu hoch waren und wir diese einfach noch nicht gewöhnt sind, aber in meinem Fall waren es diese nicht. Die Gründe lagen da in einer diletantischen Vorgeschichte, die es so nicht geben darf und auch so nicht mehr geben wird.
      Ich hatte einfach die Speisenaufnahme etwas zu sehr ausgereizt. Ich esse gerne scharf und das ist mir zum Verhängnis geworden. Freitag scharf und Samstag scharf = Durchfall. 😦 Nach dem zweiten Toillettengang hatte ich schon gut 4 Minuten aufgerissen und war 10 Sekunden über der notwendigen Pace. Das war dann schon mental sehr heftig, da ich keine anderen Ziele hatte. 😦

      Aber dies alleine lasse ich nicht als Ausrede gelten, es wäre auch so sehr sehr schwer geworden, da ich schon auf den ersten KM gemerkt hatte, dass ich heute keinen sehr guten Tag erwischt habe. Es fühlte sich nicht besonders gut an.

      Hat natürlich große mentale Schwerzen bereitet und ich war sehr knapp am Ausstieg. Dass ich doch die Runde fertig lief, war eigentlich mehreren komischen Umständen zu verdanken.

      Bin natürlich sehr enttäuscht, keine Frage, aber auch das muss man mal erleben und überleben! 😉 Das Ziel bleibt bestehen, denke da schon an den Herbst. 🙂

      1. Christian, da die Erklärung so einfach ist, bin ich beruhigt – aber, wer macht denn sowas, tzzz, tzzz, tzzz!
        Das dennoch Durchlaufen ist umso bemerkenswerter.
        Viele Grüße und gute Regeneration Volkhart

      2. Lieber Christian, Kopf hoch! ich bin froh, dass keine Verletzung den Hintergrund bildet. Scharfe Speisen bitte spätestens 36 Stunden vor einem WK genießen. Du bist in Topform und ein Kämpfer und für mich steht außer Frage, dass Du dich der Aufgabe wieder stellen wirst – vielleicht ist ein Vorhaben 2:59:xy zunächst aber von Vorteil. Die „Hitze“ ist nicht zu unterschätzen; war heute bei den 3 x 3000m am Ende bedient, obwohl ist nicht sehr schnell unterwegs war. Alles Gute für Dich!

        1. Martin Peter, du hast klar Recht, nur …. Das Vorhaben 2:55 bleibt bestehen, da ändere ich meine Zielsetzung nicht. Warum auch, 2:59 wäre an diesem Tag auch nicht zu erreichen gewesen, das hätte an dem Ausgang nichts geändert. Für mich ist 2:59, besser alles mit x:59:yz keine bessere Option, ganz im Gegenteil. Aber auch das musste einmal kommen, nicht jeder Lauf mit Ansage gelingt, das wäre zu einfach. Dieses mal habe ich eine Lektion bekommen, vielleicht war das mal garnicht so schlecht! 😉

          Auf alle Fälle Danke für deine Zusprüche, jetzt wird halt die Herbstplanung etwas anders aussehen.

  2. Hallo Christian,

    ich wünsche dir auch alles Gute für Sonntag. Soweit ich das hier verfolgt habe scheint die Vorbereitung ja nach Plan verlaufen zu sein. Von daher steht der 2:55 nix mehr im Wege.

    Freue mich dann schon auf deinen Bericht. Wir werden uns wohl beim Bäcker Ruetz sehen. Vorerst geht es bei mir aber morgen zum Schuften gen Süden.

    lg Karin

  3. Hallo Christian, alle Hausaufgaben / Vorgaben hast du erfüllt bzw. unterboten! Also hau rein und lauf DEINEN WIEN MARATHON. Beste Grüße aus Schrecksbach

    1. Lars und Jörg!
      Ich sag mal Danke für die tollen Zusprüche, die motivierenden Worte. Ich werde an euch denken, eure Worte werden immer wieder in meinen Ohren erklingen. Aber auch alle anderen Lauffreunde aus der Greif-Community schließe ich da mit ein, ihr/wir sind, denke ich, ein tolles Team, das in jeder Situation die passenden Worte findet.

      Ich hoffe, ich kann die Erwartungen auch erbringen, sicher ist nur, dass ich mein Möglichstes versuchen werde.

      Bis zum 15.04.2013, da gibt es dann den Bericht.
      Christian

  4. Christian, Du hast das Gefühl in den Tagen vor dem Marathon so genial und treffend beschrieben, dass ich jetzt hier sitze und auch schon Gänsehaut habe. Du kannst Dir nicht vorstellen, wie ich mitfiebere und es wird jeden Tag „schlimmer“. Ich weiss, dass Deine Taktik eher gleichmässiges Tempo von Anfang bis Ende vorsieht, aber so wie es Volkhart beschrieben hat, könnte es dem Jahrhundertlauf die Krönung geben. Hau rein, ich wünsch‘ Dir wirklich alles alles Gute!

  5. Lieber Christian, das war eine sehr gute Vorbereitung und das weißt Du auch und Dein Körper sowieso, auf den kannst Du Dich verlassen. Wäre ich Du, würde ich die Tempointervalle wie folgt wählen:
    10km 4:12’/km
    10km 4:10
    10km 4:08
    10km 4:06
    2,195km lass die Sau raus 4:00’/km und schneller, lass die anderen stehen!
    Zu Beginn besteht die Gefahr, dass Du locker auch 4:00’/km laufen könntest und es wird Dir schwer fallen zu bremsen, weil Du vor Kraft und Übermut nur so strotzt, aber ich kann Dir sagen, bei mir ist das immer schief gegangen, obwohl ich mehrmals 30km Durchgangszeiten zwischen 2:00h und 2:03h gelaufen bin. Am Ende habe ich zwischen dem 47 und 55 Lebensjahr 9 Marathons im Bereich 3:00 bis 3:05 beendet und nur einmal unter 3:00h! Bei meinem zweiten Marathon überhaupt(Hamburg 1986) war ich bei HM mit ca. 1:22h sogar in Richtung unter 2:50h, aber dann hat mich ein anderer erfahrener Läufer mit dem ich mich unterhalten habe zum Glück gewarnt und ich habe Tempo rausgenommen, am Schluss 3:02h und ich bin am Dammtor hoch geschlichen.
    Also ich würde mich richtig ärgern, wenn Dir das auch passieren würde – ich möchte mich dagegen mit Dir aus der Ferne freuen und ich schreibe das, damit Du während des Laufes daran denkst – laufe nicht auf Zeitguthaben, es geht schief!!!
    Gut Lauf Volkhart

    1. Dank dir Volkhart!

      Wenn ich die Ratschläge eines so erfahrenen Läufers einfach so ignorieren würde, dann wäre das mehr als dumm. Nein, ich werde so wie du es schreibst, mit Ambitionen ans Werk gehen, aber nicht hirnlos in den läuferischen Abgrund stürmen. Meine Taktik ist fast identisch mit der von dir vorgeschlagenen. Ich werde die Strecke dritteln, nur das von dir vorgeschlagene Finish, das muss ich mir überlegen. 😉 Am roten Teppich auf unter 4:00 zu beschleunigen, na ja, das geht, nur die 4:00 schon auf den knapp 2,2 km ?

      Aber ich lass mich mal überraschen, wichtig ist, dass am SO meine Gesamtheit funktioniert.

      Ich finde es schön, dass du so mit mir mitfieberst und alleine das schon ist Auftrag genug. Bei deinem nächsten Tirolbesuch werden wir dann das Gelingen oder Scheitern näher erläutern können. Da wissen wir ja dann, wie es ausgegangen ist! 😉

      Danke nochmals und Grüße an deine Frau,
      Christian

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