Erstes Abtasten, erste Erkenntnis

Nun war es wieder soweit, seit dem 01.07.2013 – AK-Sieger beim HM Pitztaler Gletscherlauf – stand ich wieder an der Startlinie zu einem Lauf, dem Frühlingslauf in Innsbruck. Kein wirklicher Wettkampf, aber für mich zumindest ein Neubeginn in die Zeitrechnung nach den Erfolgen. Eine nicht gerade einfache Zeit, die es da zu überstehen galt und die mich weiterhin, trotz fast beschwerdefreier Zeit, immer noch in ihrer Umarmung hält. Am 05.04.2014 hieß es aber, trete raus, spring über deinen Schatten, lass die Angst zu Hause, zieh dir deine Renner an und lass der Freude ihren lauf.

Markus, mein Lauffreund, stand zur Seite und begleitete mich bei diesem neuen Zeitalter. Und mit ihm noch ca. 1200 weitere Laufbegeisterte aus fern und nah. 🙂 Das Wetter hätte nicht besser sein können, bewölkt ca. 13-14° und fast windstill.

Um genau 15°° ging’s dann los, mein Plan, eine 5:00 min/km über die 21 km standen auf meinem geistigen Schwindelzettel. Und wie schon immer, der Startschuss fiel und los ging es „viel“ zu schnell. Statt der 5:15 – 5:30 min/km standen eine 4:29 min/km auf der Uhr. Markus gleich schon mal ermahnend zu mir, brr Brauner, etwas langsam, das ist keine 5:00 min/km. Gut, wo er Recht hat, hat er recht, nur im Pulk zu bremsen ist nicht so einfach. Aber nachdem wir beim bekannten Mediziner (Chirurg) und Tempoläufer Dr. Hoser aufgelaufen waren, der eine 5:00 auf die 10 km am Rücken trug, ging es einigermaßen kontrolliert zur Sache. Trotzdem setzten wir uns dann doch etwas  ab, war das Tempo doch recht locker zu bringen. Trügerisch, wie ich später feststellen musste.

So ging es km für km dahin, doch nach 8-9 km merkte ich doch eine gewisse mentale Müdigkeit, die mir dann immer mehr zusetzte. Klar und nicht gerade unlogisch, meine längste Strecke seit dem Spätsommer waren gerade mal 18 km, eine Distanz die bis dahin täglicher Standard war. Ganz zu schweigen vom Tempo, das sicher nicht dem heutigen entsprach. Und nicht zu übersehen, dass der wöchentliche Standard 35er schon ganz aus meinem Gedächtnis verdrängt war. Aber gut, das war zu dem jetzigen Zeitpunkt nicht das Thema, ich wollte einfach die 21 km in einer 5:00 laufen, aus und amen.

Nur als wir bei KM 11-12 waren, da war eigentlich klar, 21 km werden es heute in diesem Tempo nicht, höchstens 15. Der iSH war enorm stark, meine mentale Fitness nicht vorhanden und der Körper ist auf so eine Distanz und Tempo nicht mehr eingestellt. Zudem merkte ich, dass Markus ständig mit der angezogenen Handbremse lief und ich eigentlich seinem Vorwärtsdrang im Wege stand. Bei KM 13 hatte ich dann den Entschluss gefasst, ich nehme die Abkürzung und belasse es bei diesem ersten Lauf bei 15 km in einer sub 5:00 min/km. Das war zwar nicht mein Wunschziel, aber das einzig machbare. Zudem konnte Markus dann auch noch etwas für sich machen, eine kleine EB sollte ihm ja nicht gerade schaden, somit kurz das Signal zur Wende übermittelt und das War es dann. Markus legte 2-3 Gänge zu und ich quälte mich die letzten 2km ins Ziel.

Erfreulich war aber, dass ich mich sehr rasch erholt hatte und über die Distanz von 15 km mit 1:14:50 eine neue PBnZ aufgestellt habe. PBnZ … Persönliche Bestzeit neue Zeitrechnung. 😉

Fazit
Unglaublich was man da innerhalb eines halben Jahres an Einbusen in Kauf nehmen muss, das hätte ich so nicht gedacht. Aber auf dieser Erkenntnis werde ich aufbauen, jetzt den eingeschlagenen Weg weiter verfolgen und stetig ausbauen.

Advertisements