Ein Wettkampf ohne Vorbereitung, kann das etwas werden?

Tja liebe Lauffreunde, machesmal wird man sogar selbst überrascht und denkt sich, kaum zu glauben aber wahr. So auch heute beim 32. Innsbrucker Stadtlauf.

Seit meinem Einsatz in Hamburg praktisch nur mehr so dahingejoggt, mal mehr mal weniger KM, meist weniger und mental und gedanklich fast nur mehr mit meinen bevorstehenden Urlaub mit dem Motorrad auf Sardinien beschäftigt. Zurück aus dem traumhaften Sardinien wurde dann gleich mit Markus zusammen am Montag ein Läufchen gestartet, darauffolgend am Dienstag nochmals mit Laufen und Tennistraining nachgelegt, um mich dann Mittwoch und Donnerstag von meinem Muskelkater zu erholen. 😦 Das war natürlich super, denn am Wochenende wollte ich ja den Innsbrucker Stadtlauf joggen und da kommt so etwas genau zur richtigen Zeit. Aber gut, eine Zeitvorgabe habe ich mir ja keine auferlegt, somit geht das auch mit schmerzendem Gestell. 😉
OK, die zwei Ruhetage genutzt und mit entsprechenden Gegenmaßnahmen diesen Muskelkater erfolgreich bekämpft. Somit konnte ich wenigstens am Freitag wieder die Laufschuhe anziehen und einige KM angehen. Nur die waren recht bescheiden. Der gesteigerte Lauf war zwar einer, aber mit welchem Gefühl und mit welcher Lust! Oh je, das wird womöglich garnicht so spaßig wie ich es mir gedacht hatte. Wenn das am Sonntag auch so ist, na dann gute Nacht. Kurzentschlossen bin ich dann am Samstag ins Studio gerannt, um mich dort gegen jede Vernunft, denn das tut man vor einem WK einfach nicht, um meinen Beinen und meinem Kopf doch etwas an Tempo einzubläuen.
3 x 2000/1000 in 4:30 mussten es sein, egal ob ich das zu diesem Zeitpunkt für gut finde oder nicht. Und wenn ich dann morgen abbrenne, dann habe ich wenigsten einen Grund, den ich als Entschuldigung anführen kann. 😉 Fazit dieser Einheit war, es lief gut, sehr gut sogar. Damit war ich doch ein wenig beruhigt und da ich sowieso dieses Tempo über die 10 km nicht laufen wollte passte es dann wieder.

Sonntag, 17.05.2016 – 10:30
Mit Markus war vereinbart, dass er um 09°° zu mir kommt und wir dann gemütlich ins Zentrum der Begierde vordringen. Circa 09:30 hatten wir dann den ersten Kontakt mit dem WK-Feeling. Eine Menge Leute, ideales Wetter, allerdings anfänglich sehr frische 8°. Aber entgegen der Voraussage hat sich der Petrus den Läufern gnädig gezeigt und immer öfter die wärmenden Strahlen der Sonne zu unsere ausgefrorenen Körper gesendet.

Die Taktik war klar, wir laufen langsam an und schauen ob in der zweiten Hälfte noch das eine oder andere Sekündlein zu holen ist. Langsam anlaufen heisst so ca. einen 5er Schnitt.

Punkt 10:30 dann der Startschuss.
Los ging es anfänglich recht komprimiert, aber nach gut 300-400 m war es recht gut zu laufen, kaum Probleme mit anderen Beinen. Nur was ist das? Eh klar, der erste KM ist immer der, der a) nie stimmt und b) immer zu schnell ist! Das weiß man einfach, da muss dann halt etwas rausgenommen werden, denn eine 4:20-4:25 ist keinesfalls gleichzusetzen mit einer 5:00. Na ja, wieder nur Läuferlatein, auch die nächsten KM waren viel zu flott, fühlten sich aber recht gut an. Nur ob das gut geht?

Markus und ich spulten so KM für KM ab, immer schön im grünen Bereich und recht konstant unter 4:30. So dauerte es nicht lange und die ersten „Leichen“ konnten eingesammelt werden. Die Durchgangszeit bei der 5 km Marke (es waren 2 Runden je 5 km zu laufen) war mehr als OK, das Gefühl immer noch super! 🙂 Jetzt war der Zeitpunkt gekommen, wo wir versuchen wollten, die eine oder andere Sekunde noch gut zu machen. Eigentlich dachte ich, das reicht, jetzt schneller werden kann zum Bumerang werden, aber Markus zeigte da, obwohl auch nicht ganz bei Kräften, dass er doch einiges drauf hat. Unwillkürlich steigerten wir (er) das Tempo, um unseren Freund Jörg mit einem negativen Split ein lächeln abzuringen, das Tempo. Kaum zu glauben, auch das war eigentlich recht gut verdaubar. Mein Körper und vor allem mein Kopf waren immer noch top.

Ein stetiges Einsammeln der Übermotivierten auf der zweiten Runde stand auf der Speisekarte, denn denen ging schön langsam der Sprit aus. Schwer hechelnde, unrund laufende, gehende und mit schmerzverzerrtem Gesicht laufende wurden eingesammelt.

Als dann die letzten 2 km abzuspulen waren, dachte ich mir, ich wäre in einem Film, denn so hatte ich es mir nicht vorgestellt. Immer schneller werdend ging es dem Ziel entgegen und erst auf den letzten 300 m habe ich Markus davon gejagt, denn ich merkte schon, im Finish ist er einfach der bessere. Als wir dann nur durch ein paar Sekunden getrennt durch das Ziel liefen, war ich nur glücklich und megamäßig zufrieden.32. IBK Stadtlauf 2016

Das anschrießende alkfreie Bier lief so richtig gut die Kehle runter. Ein echt toller Lauf und mit Markus hatte ich wieder einen super Laufpartner zur Seite.

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Alles in Allem eine tolle Veranstaltung bei besten Bedingungen.

 

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